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Top Imam fordert Prediger in Moscheen und Kirchen
zum interreligiösen Verständnis auf
2009-06-23
Kairo, 23.6.2009: Annual Dialogue Report on Religion and Values

KAIRO. S.E. Ali Gomaa, der Großmufti von Ägypten und Co-Chair des C-1 World Dialogue rief Imame, Prediger und Geistliche in den Moscheen und Kirchen Ägypten und der Arabischen moslemischen Welt dazu auf, Intoleranz in ihren Predigten und in ihren persönlichen Kontakten zu bekämpfen. Der Großmufti reagierte mit diesem Aufruf auf die Ergebnisse des C-1 World Dialogue Annual Report, die zeigen, daß sowohl in der moslemischen Welt als auch in der Bevölkerung im Westen die Feindschaft gegenüber fremden Religionen weiter zunimmt. Scheich Ali äußerte dies aus Anlaß der Vorstellung des C-1 Annual Report. „Wir brauchen einen grundlegenden Wandel im inter-religiösen Dialog“, erklärte der Großmufti gegenüber Journalisten bei der Vorstellung des Berichts, „um den Austausch zwischen den Religionen zu transformieren - weg von aggressiven und negativen Einstellungen hin zu einem Geist der Toleranz und Koexistenz“.

„Mißverständnisse und Fehlinterpretationen müssen durch die Wahrheit richtiggestellt werden. Wir müssen die kulturellen Umstände und ihre Grundlagen ansprechen“, erklärte der Mufti. „Dazu müssen wir die Einstellungen der Menschen ändern. Vor allem das Radio spielt hier eine Schlüs-selrolle, und ich freue mich, daß Ezzad Qu´ran karim (Koran-Radio) sein Programm ausweitet und so die Botschaft von Kooperation und Frieden in seinen Kommentaren zwischen den Rezitationen unterstützt.

Der frühere britische Premierminister Tony Blair, ebenfalls ein Mitglied des Vorstandes des C-1 World Dialogue, wandte sich in einer persönlichen Botschaft an den Großmufti. Blair erklärte, „daß es heute nur wenige Aufgaben gebe, die wichtiger seien, als der Religion ihren Platz in den Angelegenheit unserer Welt zu geben, auf ihre Lehren bei der Lösung weltweiter Probleme zu-rückzugreifen und das Verständnis des eigenen Glaubens und fremder Religionen zu fördern.“

Wir sind nun alle enge Nachbarn, was diese Aufgabe nur noch dringender macht. Wenn Menschen unterschiedlichen Glaubens in gegenseitigem Respekt miteinander leben können, dann ist dies um so besser für unsere Welt. Ich weiß, daß der C-1 World Dialogue einen unverzichtbaren Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten kann und wird“, erklärte Blair.

Blair erläuterte weiterhin, die Rolle des C-1 World Dialogue bestehe darin, den Austausch zwischen den Religionen in konstruktive Aktivitäten umzusetzen, denn je intensiver dies geschehe, desto eher würde auch Religion in einem besseren Licht gesehen. „In einer globalisierten Welt können wir es uns nicht leisten, den Glauben zu ignorieren. In einer kleiner werdenden Welt müssen wir sowohl Weltbürger als auch Bürger unserer Mutterländer sein.“ S.K.H. Prinz Ghazi bin Muhammad bin Talal, persönlicher Gesandter S.M. König Abullahs II. von Jordanien und Mitglied des Vorstandes des C-1 World Dialogue, nannte die Lancierung des C-1 World Dialogue und die Vorstellung des Annual Report „einen Moment großer Befriedigung“ und einen wichtigen Schritt im Bemühen, einen Kampf der Zivilisationen abzuwenden.“
Der Großmufti erhielt eine weitere Grußbotschaft des Anglikanischen Bischofs von London, Dr. Richard Chartres, der zusammen mit dem Großmufti dem C-1 World Dialogue vorsteht. Bischof Chartres nannte den C-1 World Dialogue eine wichtige Initiative mit einem „unvergleichbaren Po-tential“ die Beziehungen zwischen der Moslemischen Welt und dem Westen zu verbessern, denn sie verbinde die Bemühungen von Unternehmern, religiösen Führern, Wissenschaftlern, Personen des öffentlichen Lebens und Medienvertretern, die alle von dem Bestreben getrieben seien, die Bezie-hungen zu verbessern.
„Frieden zu schaffen und zu bewahren, ist eine der dringendsten Aufgaben unserer Zeit“, erklärte der Bischof. „Aber dazu müssen wir besser verstehen, welche Probleme den Frieden bedrohen, wie die Menschen auf diese Probleme reagieren und wie die Medien ihre Wahrnehmung beeinflussen. Ich hoffe sehr, daß der C-1 Annual Report eine konstruktive Diskussion dieser Fragen anstoßen wird.“
Roland Schatz, Co-Founder der C1 Stiftung und Chefredakteur von Media Tenor, verwies auf das positive Echo in den arabischen Medien auf die Kairo-Rede von Präsident Barack Obama. Das Feedback in den US und europäischen Medien war etwas verhaltener, da in Frage gestellt wurde, inwieweit eine Rede allein die tiefe Kluft zwischen den Welten schließen könne. „Der Trust-Meltdown von 2008 – der im ADR Report deutlich in den Umfragen und Medien-Analyse weltweit zu beobachten ist, lässt sich am besten durch ein Abnehmen der stereotypen Nachrichten-Auswahl überwinden: wenn mehr über den Alltag in der muslimischen, jüdischen und christlichen Welt zu erfahren ist und weniger der Islam auf Terror und die Protagonisten aus dem Westen weniger auf Kolonialisten reduziert werden, besteht Hoffnung auf ein besseres Verständnis der jeweils „ande-ren“, führte Schatz an der American University in Kairo aus.

Der gesamte Annual Dialogue Report (ADR) 2009 kann auf www.mediatenor.de runtergeladen werden.

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