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Zuschauer sehen ein Unentschieden – die Medien einen Erfolg für Steinmeier
2009-09-18
Zürich, 18.9.2009: Die SPD legt in den Umfragen leicht zu, aber die Union auch

Zürich, 18. September 2009. Das Duell der beiden Kanzlerkandidaten hat die Medien enttäuscht, aber beide Kontrahenten konnten ihren Rückhalt in der Bevölkerung stärken. Dies zeigen die Umfrageergebnisse von fünf demoskopischen Instituten. Während die Journalisten zwar allgemein ein „Unentschieden“ sahen, stellten sie doch den Umstand heraus, daß Steinmeier bei den unentschiedenen Wählern Boden gutmachen konnte. Die kontinuierliche Media-Tenor-Analyse der tonangebenden Medien Bild, Bild am Sonntag und TV-Nachrichten sieht deshalb auch einen leichten Vorteil für den Herausforderer in der Woche nach dem Duell.

Im direkten Eindruck der Zuschauer ist das mit großen Erwartungen inszenierte TV-Duell unentschieden ausgegangen ist; beide Kandidaten konnten das Publikum nur wenig begeistern. In einer Real-Time-Analyse der Universitäten Hohenheim, Mannheim und Koblenz-Landau spiegelt sich dieser Eindruck. Die Ausschläge zeigen, welcher Kandidat im Verlauf der 90 Minuten wann vorteilhafter wahrgenommen wurde.

„Um so wichtiger ist deshalb auch hier, wer von den Medien zum Sieger erklärt wurde“, erläutert Roland Schatz, Chefredakteur und Gründer des Zürcher Forschungsinstituts Media Tenor. In der Berichterstattung in den Tagen nach dem Duell wurden die beiden Kandidaten für ihre uninspirierte Vorstellung kritisiert, aber der Umstand, daß Steinmeier als der weniger bekannte Kandidat gerade bei den noch nicht entschiedenen Wählern aufholen konnte, wurde als Erfolg für den Herausforderer vermeldet.

Bild-Zeitung, Bild am Sonntag und die Fernsehnachrichten sind die entscheidenden Meinungsführer-Medien. Dies hatte bereits Bundeskanzler Gerhard Schröder erkannt, der bekanntlich mit „Bild, BamS und Glotze“ regierte. In der abgelaufenen Woche sahen diese Medien einen leichten Vorteil für Frank-Walter Steinmeier. „In den Umfragen konnte die SPD deshalb erstmals wieder seit Monate wieder aufholen, aber auch die CDU legte nach dem Duell zu“, erläutert Dr. Christian Kolmer, Leiter der Politik-Analyse bei Media Tenor.

Im Mittelwert der Umfragen von IfD Allensbach, Emnid, Forsa, FG Wahlen und Infratest Dimap liegt die CDU/CSU am Freitag, dem 18. September bei 35,8%, die SPD bei 24,5%. „Erstmals seit Ende Mai sinkt der Vorsprung der Union wieder unter 12%, aber der notwendige Schub für SPD ist ausgeblieben“, erläutert Roland Schatz. „Wir sehen deshalb auch für kommende Woche einen stabilen Vorsprung für die Unionsparteien.“

Media Tenor International analysiert die Berichterstattung der tonangebenden deutschen Medien kontinuierlich seit 1994. Für diese Analyse wurden die Bild-Zeitung, Bild am Sonntag, die Sendungen ARD Tagesschau und Tagesthemen, ZDF heute und heute journal, RTL Aktuell, sowie die politischen Magazine von ARD und ZDF im Zeitraum 01.04. bis 18.09.2009 ausgewertet. Dazu wurden 9.887 Aussagen über Merkel und 7.524 Aussagen über Steinmeier analysiert.

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