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Umfragewerte für Papst Benedikt auf Tiefpunkt
2010-03-31
Zürich, 31.3.2010: Das Medienbild der katholischen Kirche 2007-2010

Zürich, 31. März 2010. Die intensive Berichterstattung über die immer neuen Fälle von Kindesmißbrauch und das Fehlverhalten von Vertrauenspersonen der katholischen Kirche zeigt massive Wirkung: Während in den vergangenen Jahren insbesondere Kirchenmitglieder im Zusammenhang mit Berichten über Skandale in den Religionsgemeinschaften mit Austritt reagierten, ist dieses Mal der substantielle Vertrauensverlust in der gesamten Bevölkerung greifbar. Hatten bei der Nominierung von Kardinal Ratzinger zum Papst Benedikt noch 71% der Deutschen Vertrauen zu ihm, ist dies mittlerweile auf 31% geschmolzen.

Im unmittelbaren Vergleich mit der evangelischen Kirche wird der Unterschied deutlich: Während die Ratsvorsitzende der EKD, Bischöfin Margot Käßmann, unmittelbar nach ihrem Fehltritt ohne jegliche Einschränkungen ihr Verhalten eingestand und mit dem Rücktritt von allen offiziellen Ämtern weiteren Schaden abwenden konnte, der durch anhaltende Diskussionen in den Medien drohte, blieb die katholische Kirche zu lange reaktiv und provozierte die Reduktion der Berichterstattung über Glaubensgemeinschaften auf diese Skandale. „Angesichts der Tatsache, daß zumindest für die Bischöfe die kriminellen Handlungen einzelner Vertrauenspersonen in ihren Reihen keine Überraschung war, verblüfft das Informationsverhalten“, erläutert Roland Schatz, Gründer und Präsident von Media Tenor International den Reputationsverlust. „Warum die Kirche ohne Not so lange sowohl die eigene Gemeinde als auch die Öffentlichkeit ohne klare Worte der Entschuldigung und ohne nachvollziehbare und transparente Verhaltensrichtlinien für die Zukunft mit ihren Fragen und Zweifeln allein gelassen hat, zeigt, wie gering viele Verantwortliche in der katholischen Kirche noch immer die Bedeutung von Kommunikation einschätzen.“

Der Wandel wird allerdings in der Krise ebenfalls sichtbar: Im Gespräch mit der FAZ sagte Bischof Ricardo Ezzati Andrello: „Es ist gut, daß man uns hart angreift, denn dergleichen darf bei einer Person, die dem Evangelium Christi folgt, nicht vorkommen. Wenn man von uns verlangt, daß wir ‚Heilige´ sein sollen – zwar auch Sünder, aber auf der Suche nach einem ehrenhaften Weg, dem Weg des Dienstes –, dann tut es uns gut, daß die Medien uns die Ohren langziehen“. Ähnlich hatten auch schon deutsche Bischöfe und Priester in unzähligen Talksshows Rede und Antwort gestanden.

Media Tenor International beobachtet die Berichterstattung der tonangebenden deutschen Medien seit 1994. Für diese Analyse wurden insgesamt 12.904 Aussagen über Papst Benedikt zwischen dem 1.4.2007 und dem 28.2.2010 in 19 internationalen TV-Nachrichten ausgewertet.

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