Zürich, 29. April 2010. Die Wogen um Griechenland und andere EU-Länder in Haushaltsnot schlagen in den Medien hohe Wellen. Trotzdem setzen sich zuletzt immer stärker die positiven Nachrichten über die Konjunktur in den deutschen Leitmedien durch. Dies zeigt die aktuelle Analyse des Zürcher Forschungsinstituts Media Tenor. Die Klimaverbesserung betrifft vor allem die Berichte über konjunkturelle Frühindikatoren wie Auftragslage/Nachfrage, Geschäftsklima und Wachstumserwartungen, die bereits im Vorfeld des jüngsten ifo-Index anstiegen. Die Analyse basiert auf der Auswertung der Berichterstattung von 24 führenden deutschen Medien im Hinblick auf die Berichterstattung zur wirtschaftlichen Lage im Zeitraum 1.1.2009-24.4.2010.
Bereits im Sommer vergangenen Jahres berichteten die Medien über Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur, nachdem sich im Frühjahr 2009 die Fachleute und Journalisten noch mit Negativ-Prognosen überboten hatten. Zum Jahresanfang 2010 war die Skepsis aber weiterhin greifbar. Die Journalisten verwiesen zum Beispiel auf die anhaltenden Risiken im Finanzsektor. Obwohl sich daran bislang nichts geändert hat, haben die Medien zuletzt stärker auf die realwirtschaftliche Erholung abgehoben und über steigende Aufträge und Auslastung in Chemie und Maschinenbau berichtet. Besonders optimistisch berichteten seit März Wirtschaftswoche und Focus sowie das ZDF. Mit Blick auf das Ausland blickten die Medien vor allem erwartungsfroh nach China, wo in Kürze die Expo startet.
Media Tenor untersucht die tonangebenden deutschen TV- und Printmedien kontinuierlich seit 1994. Insgesamt wurden im Zeitraum zwischen dem 1.1.2009 und dem 22.4.2010 16.204 Beiträge in 24 Medien ausgewertet.
Die Beiträge wurden von geschulten Codierern ausgewertet. Die durchschnittliche Inter-Codierer-Reliabilität betrug im IV. Quartal 2009 87%.
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