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EURO-Krise - der nächste Unsicherheitsschock
2010-05-25
Paris, 25.5.2010: Medienbild der Wirtschaftslage in internationalen Medien, 1/2009-5/2010

Paris, 25. Mai 2010. Die politische Zuspitzung der EURO-Krise hat eine massive Welle der Berichterstattung im Mai ausgelöst. Inflations- und Stabilitätssorgen prägen seitdem die Berichterstattung über die wirtschaftliche Lage und Zukunft in deutschen Medien. Hinzu kommt eine Schieflage in der Berichterstattung über einzelne europäische Wirtschaftsmärkte: Die Erholung, die sich etwa im Medienbild der konjunkturellen Entwicklung Deutschlands und Frankreichs seit Mitte 2009 deutlich abzeichnete, weicht mittlerweile der extensiven Berichterstattung über die Wirtschaftskrise in Griechenland. Wie beim Zusammenbruch von Lehman Brothers im Herbst 2008 könnte die Berichterstattung einen weiteren Unsicherheitsschock bei Bevölkerung und Unternehmen auslösen und damit die konjunkturelle Erholung behindern.

Bis Ende April rangierten Inflationssorgen und die Auswirkungen des EURO auf die wirtschaftliche Lage in den deutschen Leitmedien noch deutlich unter der Wahrnehmungsschwelle. Die Eskalation im Mai hat dazu geführt, daß das Thema im Sorgenbarometer der Forschungsgruppe Wahlen vom Mai 2010 auf Platz zwei gesprungen ist – praktisch aus dem Nichts. EU-Kommissionspräsident Barroso macht dafür im jüngsten FAZ-Interview nicht zuletzt die deutsche Öffentlichkeit, allen voran die deutschen Politiker verantwortlich, die den Menschen deutlicher erklären müßten, was der EURO ihnen gebracht habe. Auch Matthias Vollbracht, Leiter Wirtschaftsanalyse bei Media Tenor International, erklärt: „Der Hinweis von Analysten und Ökonomen, daß ein schwächerer EURO zunächst eher positiv für die Exportwirtschaft ist, ging in den letzten drei Wochen unter.“

Mit einem Überhang von knapp 60% negativer Wertungen zur Wirtschaftslage mit Blick auf den EURO und das Thema Inflation haben die Politiker zwar erfolgreich die Agenda gesetzt, die anhaltende Verunsicherung dürfte aber das Vertrauen in die Politik weiter mindern und den Aufschwung bremsen. Die morgen beginnende OECD-Tagung in Paris, bei der Media Tenor International als Knowledge-Partner fungiert, ist daher mit der Hoffnung verbunden, daß die öffentliche Diskussion sich in Zukunft stärker auf die realen Daten stützt und damit nicht einer Self-Fulfilling Prophecy Vorschub geleistet wird.

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