Zürich, 10.6.2010: Kritik am Krisenmanagement nach dem Untergang der Deepwater-Ölplattform und heftiger Gegenwind mit Blick auf die Datensammelpraxis machen BP und Google zu den Imageverlierern in der Unternehmens-Berichterstattung im Mai. Die Auswertung von 4.619 Berichten über Unternehmen und Vorstände in 23 deutschen Leitmedien zeigt sie bei der Bewertung als Schlußlichter unter den Top-20.
BP hat in den Augen der Medien das Vertrauen durch mangelhaftes Krisenmanagement und Krisenkommunikation verspielt. Wütende Kommentare der Stakeholder bis hinauf zum US-Präsidenten Obama pflastern die Berichte. Matthias Vollbracht, Leiter Research: „Der damit verbundene Vertrauensverlust schlägt sich neben den prognostizierten Kosten der Schäden im dramatischen Kursverfall nieder. Der Überhang von 74% negativen über die positiven Wertungen liegt Welten über der Grenzmarke von -10%, ab der Media Tenor bereits in vielen Fällen negative Auswirkungen auf die Reputation beobachtet hat.“ Der aktuelle Fall hat auch deshalb so starke Rückwirkungen auf das Image, weil die Medien ihn in eine Reihe mit früheren Ereignissen stellen (z.B. Alaska Pipeline, Texas Raffinerie).
Google, lange Zeit Musterknabe in der Berichterstattung, mußte in den letzten Monaten einen Image-Absturz in der Berichterstattung hinnehmen. Die Kritik von Verbraucherschützern bis hin zur Bundesministerin Ilse Aigner, aber auch international an der Datensammelpraxis des Unternehmens könnte das Geschäftsmodell in Frage stellen.
MEDIA TENOR untersucht die tonangebenden deutschen Medien seit 1994 kontinuierlich mit Blick auf die Darstellung von Politikern, Parteien, Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, NGOs und die Lage Deutschlands. Für diesen Report wurden im Zeitraum 1.-31. Mai 2010 4.619 Berichte über Unternehmen/Branchen und Vorstände in 23 deutschen Medien von geschulten Codierern ausgewertet. Die durchschnittliche Inter-Codierer-Reliabilität betrug im IV. Quartal 2009 87%.
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