Newsletter

Köhler-Nachfolge: Gauck in Medien und Umfragen vorn
2010-06-11
Zürich, 11.6.2010: Das Medienbild
der Präsidentschaftskandidaten, 31.5.-10.6.2010

Zürich, 11. Juni 2010: Der Kampf um die Nachfolge von Horst Köhler ist voll entbrannt. Galt Christian Wulff, der Kandidat der Regierungskoalition, bei seiner Nominierung durch die Bundeskanzlerin am 3. Juni bereits als sicherer nächster Bundespräsident, so hat die Kandidatur Joachim Gaucks wieder Bewegung in die Nachfolgedebatte gebracht. Dies zeigt die tagesaktuelle Analyse der politischen Berichterstattung durch das Forschungsinstitut Media Tenor International.

„Joachim Gauck liegt sowohl im Blick auf seine Sichtbarkeit als auch auf seine Bewertung in den Medien vorn“, erklärte Roland Schatz, Präsident und Gründer von Media Tenor International. Gaucks Kandidatur findet Zustimmung bei CDU-Politikern, wie etwa bei der Kölner CDU. Christian Wulffs Unterstützung beim Koalitionspartner FDP wurde dagegen im Zuge des jüngsten Streits zwischen den Regierungsparteien um das Sparpaket in Frage gestellt.

„Die Kandidatin der Linkspartei ist noch nicht einmal eine Zählkandidatin“, so Schatz. In den Medien wurde ihre Nominierung kaum beachtet und die Bewertung ist ambivalent. „Luc Jochimsen liegt bislang unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. So bleibt sie der Mehrzahl der Deutschen unbekannt“, erläutert Schatz.

In den Meinungs-Umfragen liegt Joachim Gauck deutlich vor Christian Wulff. „Die Berichterstattung der Medien hat dazu ihren Teil beigetragen“, erklärt Schatz. „Denn Christian Wulffs Kandidatur wird von den Medien eher im Zusammenhang mit den Absichten von Bundeskanzlerin Merkel und dem Fortbestand der christlich-liberalen Koalition diskutiert. Damit wird die Position Wulffs für die überparteiliche Funktion des Staatsoberhauptes bereits jetzt unterminiert.“
Mit der Nominierung eines eigenen Kandidaten konnte die Linke noch nicht einmal in den ostdeutschen Länder punkten – auch hier sprachen sich nur vier Prozent der Befragten für Luc Jochimsen aus. Demgegenüber können sich die Ostdeutschen stärker mit Joachim Gauck identifizieren: Fast jeder zweite würde den Kandidaten von SPD und Grünen wählen. Roland Schatz: „Die Wahl des nächsten Bundespräsidenten ist offen.“

MEDIA TENOR untersucht die tonangebenden deutschen Medien seit 1994 kontinuierlich mit Blick auf die Darstellung von Politikern, Parteien, Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, NGOs und die Lage Deutschlands. Für diesen Report wurden im Zeitraum 31.5.-10.6.2010 12.259 Aussagen von/über Politiker und Parteien in 15 deutschen Medien von geschulten Codierern ausgewertet. Die durchschnittliche Inter-Codierer-Reliabilität betrug im IV. Quartal 2009 87%.

<< zurück << Zum Herunterladen der Ergebnisse bitte anmelden












Login
E-mail:
Passwort:
Neuer User
Knowledge Partners